In bestimmten Applikationen kann die herkömmliche Erdung von magnetisch-induktiven Durchflussmessgeräten (MID) sehr kostspielig sein. Wenn aggressive Medien zur Anwendung kommen, müssen die Erdungsringe bei konventioneller Vorgehensweise meist aus teuren Sondermaterialien, wie zum Beispiel Nickel, Tantalum oder Titan, ...
Virtuelle Referenz in der Chemie: Kosten senken und Sicherheit erhöhen
OPTIFLUX 4300 mit virtueller Referenz bei Andritz

Duisburg, 20.01.2009: In bestimmten Applikationen kann die herkömmliche Erdung von magnetisch-induktiven Durchflussmessgeräten (MID) sehr kostspielig sein. Wenn aggressive Medien zur Anwendung kommen, müssen die Erdungsringe bei konventioneller Vorgehensweise meist aus teuren Sondermaterialien, wie zum Beispiel Nickel, Tantalum oder Titan, hergestellt werden, was bei großen Nennweiten sehr hohe Kosten bedeutet. KROHNE hat jetzt eine Alternative zur herkömmlichen Erdung entwickelt: die Virtuelle Referenz.
Bei der Virtuellen Referenz sind keine zusätzlichen, messstoffberührenden Erdungsmittel mehr nötig. Der Eingangsverstärker des Messumformers erfasst die Potentiale der Messelektroden und erzeugt nach einer patentierten Methode daraus eine Spannung, die dem Potential der ungeerdeten Flüssigkeit entspricht. Diese Spannung wird als Referenzpotential für die Signalverarbeitung verwendet.
Der Technologie-Konzern Andritz mit Hauptsitz in Österreich verwendet KROHNE MIDs mit virtueller Erdung. Es handelt sich um OPTIFLUX 4300 in den Nennweiten DN 10 bis 300. Die Geräte werden in Linien eingesetzt, in denen Säure weiter behandelt wird, wie z.B. bei der Edelstahlbeize. Dabei wird der Durchfluss von Mischsäure gemessen, die aus Flusssäure, Salpetersäure und Wasser besteht. Die Säure fließt im Prozess bei 90 Grad Celsius unter einem Druck von 3 bar und mit einer Geschwindigkeit von ca. 1,5 m/s.
„Das Prinzip der virtuellen Referenz hat vom ersten Gerät an problemlos funktioniert. Auch bei schwierigen Applikationen wie der Mischung von zwei Medien mit unterschiedlichen Temperaturen kurz vor dem MID gibt es keine Probleme“ fasst Helmut Platzer, Automatisierungsingenieur bei Andritz, die Erfahrungen mit den KROHNE Geräten zusammen.
Ralf Haut, Branchenmanager Chemie bei KROHNE Messtechnik, fügte hinzu: „Durch den Verzicht auf Erdungselektroden wurden in dieser Applikation signifikant Kosten eingespart und die Installation der Messgeräte erheblich vereinfacht. Zusätzlich bedeutet die Virtuelle Referenz eine erhöhte Sicherheit, da weniger potenzielle Leckagestellen verbleiben.“
Die virtuelle Referenz ist grundsätzlich ab einem Durchmesser (Nennweite) DN 10 und ab einer Leitfähigkeit ≥ 200 µS/cm möglich.
Über KROHNE: Das 1921 gegründete Familienunternehmen KROHNE beschäftigt weltweit 2.510 Mitarbeiter und ist auf allen Kontinenten vertreten. Die Firma mit Hauptsitz in Duisburg, Deutschland, entwickelt, fertigt und vertreibt Produkte im Bereich der Messtechnik und steht für Innovation und höchste Produktqualität. KROHNE gehört zu den Marktführern für industrielle Prozessmesstechnik.
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